Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Zuerſt mit ihr, ſagte Fink und ſprang die Treppe hinab.

Anton ging mit gefalteten Händen die Stube auf und

ab; Alles, was Fink an Fräulein Sabine rühmte, hatte guten Grund, das fühlte er lebhaft; er wußte, daß ſie ihn

tief im Herzen trug, aber er ahnte auch, daß ſein Freund

mit unbekannten Hinderniſſen zu kämpfen habe. Und dieſe Haſt, dies Ueberſtürzen war ihm unheimlich, es war zu ſehr gegen ſeine eigene Natur. Und noch etwas mißfiel ihm. Fink hatte nur von ſich geſprochen, hatte er denn auch an das Glück des Fräuleins gedacht, hatte er auch Sinn dafür, was es ſte koſten würde, den geliebten Bruder zu verlaſſen, aus der Heimath zu ſcheiden, ſich in ein fremdes Volk, viel⸗ leicht in ein wildes Leben zu wagen? Ja, er war über⸗

zeugt, Fink war der Mann, alle Blüthen der neuen Welt

vor ihre Füße zu ſtreuen, aber er war auch unruhig, ſtets viel beſchäftigt, würde er immer ein Herz haben für die Ge⸗ fühle ſeiner deutſchen Frau? Unwbillkürlich nahm unſer Held in Gedanken wieder Partei gegen ſeinen Freund; es ſchien ihm, als dürfe Sabine nicht fort aus der Handlung, er fühlte tief die Leere, welche entſtehen würde, wenn ſte ver⸗

ſchwunden wäre, vom Mittagstiſch, aus dem Haushalt, und vor Allem aus dem Leben ihres Bruders. So ging er un⸗

ruhig und kummervoll auf und ab. Es wurde dunkel, aus den gegenüberliegenden Fenſtern fiel ein matter Lichtſchein

in das finſtere Zimmer, und immer noch kam Fink nicht

zurück. e AUnnterdeß ward Fink bei Sabine gemeldet. Sie kam ihm haſtig entgegen, und ihre Wangen waren röther als gewöhn⸗

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