— 443—
lich, als ſie ihm ſagte:„Mein Bruder hat mir geſagt, ß Sie uns verlaſſen müſſen.“
Fink begann in lebhafter Bewegung:„Ich muß, ich kann aber nicht ſcheiden, ohne offen gegen Sie geweſen zu ſein. Ich kam hierher ohne Intereſſe an dem ſtillen Leben, welches meinem zerſtreuten Geiſt ungewohnt war; ich habe hier das Glück und die Innigkeit eines deutſchen Haushaltes kennen gelernt. Sie, mein Fräulein, habe ich immer als den guten Geiſt dieſes Hauſes verehrt. Sie haben mich bald nach meinem Eintritt in einer Entfernung zu halten geſucht, welche mir oft ſchmerzlich war. Ich komme, Ihnen jetzt zu ſagen, wie ſehr mein Blick und meine Seele an Ihnen ge⸗ hangen hat; ich fuͤhle, daß mein Leben glücklich ſein würde, wenn ich Ihre Stimme immerfort hören, und wenn Ihr Geiſt den meinen begleiten könnte auf den Wegen meiner Zukunft.“
Sabine wurde ſehr bleich und trat zurück.„Sprechen Sie nicht weiter, Herr von Fink,“ ſagte ſte bittend und be⸗ wegte halb bewußtlos die Hand, als wollte ſie abwehren, was ihr bevorſtand.
„Laſſen Sie mich ausreden,“ fuhr Fink ſchnell fort; „ich würde es für mein höchſtes Glück halten, wenn ich die Ueberzeugung mit mir nehmen könnte, daß auch ich Gnade vor Ihren Augen gefunden habe. Ich habe nicht die An⸗ maßung, Sie zu bitten, daß Sie mir jetzt folgen ſollen in ein ungewiſſes Leben, aber geben Sie mir die Hoffnung, daß ich in einem Jahr zuruͤckkehren und Sie bitten darf, mein Weib zu werden.“ 4 Kehren Sie nicht zurück,“ ſagte Sabine unbeweglich
.


