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zuſammen; aber der Gott, an den er in dieſem Augenblick dachte, war das ſchöne Weib dadring von deſſen Reizen ſein Auge mehr geſehen hatte äͤls irgend ein ande er Mann. Lange ſtand er ſo, ſchauernd und vor ſich hin träum eine hohe Geſtalt in wollenem Rock und Mieder an BSHauſe trat. Es war Lenore in den Kleidern der Gi noch ergriffen von der Anſtrengung, aber mit e chen Lachen auf den Lippen. Außer ſich griff 1 in ſtürmiſcher Bewegungnmach ihrer Hand und küßte ſie mehr als einmal, er hätte vor ihr auf die Knie fi 5 mögen. uun 5 „Sie ſehen ſchön aus, mein Herr,“ ſagte Lenore heiter, 5 „Sie werden ſich Perkälten.“ 4 Er ſtand vor ihr, naß, am ganzen Körper triefend, mit Waſſerlinſen und Schlamm überzogen.„Ich fühle nichts von Kälte,“ rief er, aber ſeine Glieder ſchütterten.
„Schnell in das Haus,“ trieb Lenore. Sie öffnete die Thür und rief der Frau zu:„Geben Sie dem Herrn Kleider . des Gärtners zum Wechſel.— Dort in der Kammer machen Sie Ihre Toilette.“
Bernhard lief nach der Kammer, die Gärtnersfrau trug ihm herzu, was ſie von Kleidern in der Eile fand. Nach einer Weile trat er, in einen Bauerburſchen verwandelt, vor das Haus, wo Lenore in der Abendſonne mit ſchnellen Schrit⸗ ten auf und ab ging.„Kommen Sie nach dem Schloß,“ ſagte das Fräulein, welche wieder ihre ruhige Gönnermiene angenommen hatte.
„Noch einmal möchte ich das Kind ſehen,“ bat Bernhard. Sie traten an das Bett, auf welchem das Mädchen lag, mit
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