Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

428

Kletten können Sie nicht verlangen, erwiederte Le⸗ nore,aber Sie ſollen den Willen haben. Kommen Sie zurück, ich zeige Ihnen, wie wir als Mädchen unſere Mützen gemacht haben. Sie führte ihn an eine Stelle, wo eine Gruppe Sonnenroſen mit ſchwarzen Geſichtern und gelben

ide am Rande des Gebüſches ſtand. Dort ſchnitt ſie mit einem kleinen Trennmeſſer einige Blumen ab, durchſtach

die Stengel und band ſie zu einem Helm zuſammen, den ſie ſich lachend aufſetzte. Es war ein fremdartiger Schmuck und gab dem ſchönen Geſicht ein wildes Anſehen.Zetzt ſetzen Sie Ihre Kappe auf, befahl ſie. Bernhard gehorchte, und ſein ehrbares faltiges Geſicht, der ſchwarze Frack und die weiße Cravatte erſchienen unter der Klettenmütze ſo abenteuer⸗ lich, daß Lenore ihr Lachen nicht verbergen konnte und ver⸗ gebens den Mund hinter ihrem Taſchentuch verbarg.Sie ſehen ſchrecklich aus. Bernhard nahm den Kopfputz ſogleich wieder ab.Kommen Sie zum Waſſer, dort ſollen Sie Ihr Spiegelbild ſehen. 1

Sie führte ihn an die Stelle, wo der Grund des Fabrik⸗ gebäudes ausgegraben wurde. Es war ein wüſter Platz. Erdhaufen, einige tauſend Ziegel, Baumſtämme und Balken waren zuſammengefahren. Die Arbeiter hatten

Feierabend gemacht und den Platz verlaſſen, nur einige Kin⸗ der aus dem Dorfe kauerten unter dem Holz und ſammelten die Späne zum Abendfeuer. Wenige Schritt hinter der Bauſtelle zog ſich eine Bucht des See's heran, durch Gebüſch eingefaßt und mit grünen Waſſerlinſen überdeckt.Wie wüſt es hier ausſteht, klagte Lenore,die Zweige der Sträu⸗

cher ſind geknickt, auch die Bäume ſind beſchädigt. Das