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barium an. Was uns als Erwachſene intereſſirt, das knüpft ſich häufig an eine kleine Freude der Kinderzeit. Aus dem Kinde, das zufällig einige bunte Kryſtalle in die Hand be⸗ kam, wird vielleicht ein Mineralog, und ſchon mehr als ein
berühmter Reiſender iſt durch den Robinſon Cruſoe zu—
Entdeckungen gekommen. Es iſt immer eiue Freude, zu er fahren, wie ein bedeutender Mann zu dem gekommen iſt, was ſeine Seele erfüllt.“ 5 „Wir Frauen ſehen das ganze Leben hindurch die Ratur
an wie die Kinder,“ ſagte Lenore,„wir ſpielen mit den glänzenden Steinen und Blüthen noch in unſern alten Ta⸗ gen, gerade ſo wie die Mädchen vor uns. Und die Kunſt iſt ſo gefällig, uns Blumen und Steine nachzumachen, damit wir nur niemals das Spielzeug entbehren.— Wenn Sie ſo gut mit den Kinderſpielen Beſcheid wiſſen, dort iſt etwas für Sie,“ ſie wies auf einen großen Klettenſtrauch am „ Weg.„Haben Sie ſich jemals eine Mütze aus Kletten ge⸗
macht?“
„Nein,“ erwiederte Bernhard mit bangen Ahnungen. *„Sie ſollen ſogleich eine haben,“ ſagte Lenore. Sie ggingen zu dem Klettenſtrauch. Bernhard pflückte die runden 4 3 Köpfe ab und reichte ihr einige Hände voll hin. Sie neſtelte die Kletten an einander und machte eine Kappe mit zwei
kleinen Hörnern daraus.„Das können Sie anfſrben.
ſagte ſie gnädig.
Bernhard hielt das kleine Monftrumin in der Hand.„Allein wage ich's nicht,“ ſagte er,„die Vögel auf den Bäumen würden mich zu ſehr anſchreien. Wenn Sie auch eine Haube
aufſetzen wollten—“
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