Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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nicht mehr zu finden, ſie waren mitten im Sommer fortge⸗ flogen, wie die Störche, welche ſeit vielen Jahren hinter der großen Seheuer geniſtet hatten. Alle Welt wurde durch die 8 neus lläſtigt. Die Baronin ve⸗ eine Ecke des 4 I ete das Herzeleid, daſ Dutzend mäch⸗ aume niedergeſchlagen wurden in Haufe frem⸗ der Arbeiter zog mit Hacke, Schaufel und Karren wie ein Heuſchreckenſchwarm über das Gut. Sie zertraten die Gras⸗ plätze des Parks, ſie lagerten in ihren Eßſtunden in der Nähe 6 des Schloſſes und genirten die Frauen oft durch ihren Mangel an Rückſicht. Der Gärtner rang die Hände über die zahl⸗ reichen Diebſtähle an Obſt und Gemüſe. Der Amtmann war in lauter Verzweiflung über die Unordnung, welche in ſeiner Wirthſchaft einriß. Die neuen Leute, welche er an⸗ genommen hatte, erſchwerten ihm die Aufſtcht über das Ge⸗ ſinde. Die neuen Zugthiere, in der Eile gekauft, reichten nicht aus. Die Ackerpferde wurden ihm zu Fuhren verwandt, 3 wenn er ſie am nothwendigſten im Felde brauchte, ſeine guten Zugochſen waren für ihn gar nicht mehr vorhanden. Der Bedarf der Wirthſchaft wurde größer, die Einnahmen droh⸗ 3 ten geringer zu werden. Auch die Bodenfläche, welche für die Rübencultur beſtimmt war, machte dem alten Mann 1 ſchwere Arbeit. In der Fruchtfolge mußte Vieles geändert, 8 die Taglöhner ſollten für den neuen Bau angelernt werden. Lenore hatte viel zu tröſten und brachte ihm manches Pfund Tabak aus der Stadt, damit er ſeinen Kummer mit den blauen Wolken in die Luft blaſen konnte. Die ſchwerſte Laſt trug natürlich der Freiherr ſelbſt. Sein Arbeitszimmer, ſonſt

nur von einzelnen Bittſtellern oder dem Amtmann beſucht, L 1 27 3