Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Mein Sohn, mein geliebter Sohn, rief der Vater mit bebender Stimme,du kommſt zur rechten Zeit. Er drückte den Jüngling feſt an ſich, und als er ihn aus der Umarmung los ließ, hielt er noch lange ſeine Hände feſt und wurde nicht müde, ihn anzuſehen. Auch der Reitersmann vor ihm war mit grauem Staube bedeckt, aber ein jugendliches Ge⸗ ſicht und zwei kecke Augen ſprachen in dieſem Augenblick ent⸗ ſcheidende Worte zu dem Vater. Die Unſicherheit, alle trübe Ahnung war verſchwunden, er fühlte ſich wieder feſt, wie dem Chef ſeines Hauſes geziemte. Vor ihm ſtand in blühender Jugend die Zukunft ſeines Geſchlechtes. Daß dieſe Erinnerung ihm gerade jetzt kam, in der Stunde, wo er einen Entſchluß faſſen ſollte, das galt ihm für einen Befehl des Schickſals.Und jetzt komm nach Haus, ſagte er, es iſt kein Grund mehr, daß wir unſere Begrüßung im Regen abmachen.

Während die Baronin ihren Sohn auf das Sopha zog und nicht müde wurde, ſich über ſein männliches Ausſehen zu freuen, und während Lenore ſogleich mit dem Bruder ein leichtes Wortgefecht begann, ging der Freiherr in der Fa⸗ milienſtube auf und ab und ſah zuweilen durch den ſtrömenden Regen in die Landſchaft hinaus. Immer ſchneller fuhren die Blitze durcheinander, und immer kürzer wurden die Pau⸗ ſen, in denen der Donner dem Zucken des Feuerſtrahls folgte.

Schließe das Fenſter. bat die Vnrnindas Wetter kommt herauf.

Es wird unſerm Hauſe nichts thun, antwortete der Freiherr beruhigend.Der Leiter ſteht oben auf dem Dach,

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