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Unternehmen zu verſchaffen; Sie können thun nach Gefallen, ich bin ein ehrlicher Mann und dränge mich nicht vor.“ Der Freiherr war erſtaunt zu ſehen, wie leicht und maſ⸗ ſenhaft ſeinem Namen die Capitalien zurollten, und daß ganz unbekannte Menſchen bereit waren, das Unternehmen auf ſeinem Grund und Boden für ein unfehlbares, glänzendes, beneidenswerthes zu halten. Er hatte in ſeinen Speculatio⸗ nen bis jetzt entſchiedenes Glück gehabt, er hatte die Abnei⸗ gung vor Geldgeſchäften ziemlich vollſtändig überwunden, ja er hatte ſich gewöhnt, einen gewiſſen Anſpruch an die Capitalien Anderer zu machen. Jetzt wurde er allmählig mit dem Gedanken vertraut, das Geld zur Anlage ſeiner Fabrik von Fremden zu nehmen. Nur Eines widerſtand ſeinem Stolz, den zuvorkommenden CEhrenthal als Theilnehmer an⸗ zunehmen; ſo weit wirkte der Brief des undeutlichen Schrei⸗ bers. Und er beſchloß, im Fall das Unternehmen zu Stande kommen ſollte, dem Händler für ſein geliehenes Geld feſten Zinsfuß zu gewähren. Vier Wochen kämpfte der Freiherr mit innerer Unentſchloſſenheit, oft war ſeine Stirn umwölkt, oft ſah die Baronin wieder mit ſtillem Schmerz die Aufre⸗ gung ihres Gemahls, oft fuhr dieſer nach der Stadt oder auf die Güter ſeiner Bekannten, um ähnliche Anlagen zu beſichtigen und ſich die möglichen Vortheile aus verſchiede⸗ nen Anſchlägen herauszunehmen. Ueber die projectirte Actiengeſellſchaft konnte er nichts Sicheres erfahren. Die weniger günſtigen Nachrichten, welche er über die Erfolge einzelner Fabrikanten einſammelte, ſchrieb er auf Rechnung einer natürlichen Furcht vor ſeiner Concurrenz oder auf die unvortheilhafte Anlage ihres Geſchäftes. 1
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