Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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„Nur zu wild, liebt den Spott, iſt aber ſonſt ein guter Geſellſchafter,“ ſagte Herr Jordan.„Die andern Herren habe ich zu mir auf die Stube gebeten, um Sie mit Allen bekannt zu machen; wir werden dort eine Taſſe Thee trinken. Morgen machenSie den Einzelnen Beſuch auf ihren Zimmern.“

Die Stube des Herrn Jordan war die größte unter den kleinen Wohnungen des Hinterhauſes, in welchem die Herren vom Comtoir einzeln oder zu zweien hauſten, und wurde deßhalb und wegen der anſprechenden Gemüthsart ihres Bewohners zuweilen als Salon benutzt; ſie genoß die Auszeichnung, ein Fortepiano und einige Armſtühle zu be⸗ ſitzen. An den Fenſtern hingen zahlreiche Biscuitbilder, in denen edle Weiblichkeit durch mittelalterliche Kirchengän⸗ gerinnen, Loreleys und Madonnen vertreten war. In dieſem Zimmer ſaßen und ſtanden die Herren und erwarteten die Ankunft des Neulings. Anton machte die Maſſenvorſtellung mit Erfolg durch, indem er jedem Einzelnen die Hand ſchüttelte und hinterdrein Alle zuſammen um ihr Wohl⸗ wollen und freundliche Hilfe bat, weil er im Geſchäft ganz unerfahren und noch gar nicht in der Welt und wenig unter Menſchen geweſen ſei. Dieſe Offenheit verfehlte nicht, einen guten Eindruck hervorzubringen. Darauf ging eine friedfer⸗ tige Unterhaltung an, gewürzt mit kleinen Scherzen und An⸗ ſpielungen, welche für einen Neuling ſo unverſtändlich als möglich waren. Anton verhielt ſich ſchweigend und mühte ſich, das Weſen der einzelnen Herren zu erkennen. Da war der Buchhalter Herr Liebold, ein aͤltlicher kleiner Mann mit einer feinen Stimme und einem beſcheidenen Lächeln, durch welches er die Welt um Vergebung bat, daß er ſich die