Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

der Junker in den Stolpenſtiefeln lächelnd zu dem Führer. 8— 4 8L

— 51—

dinen und weiße Rouleaux vor den Fenſtern und auf dem Schreibtiſch eine ſchöne Katze von Gips, mit gelblicher Leder⸗ farbe lackirt, ſo daß ſie ausſah wie eine lebende. Dieſe Katze hatte der etablirte College zum Beſten ſeines Nachfolgers in

der Stube zur ückgelaſſen.

Herr Jordan eilte in das Comtoir zurück, in dem er der Erſte und Letzte ſein mußte, weil ihm ein Theil der Schlüſſel anvertraut war, und Anton blieb allein. Mit Hilfe eines freundlichen Bedienten, welcher ihm ſchnell das Zimmer wohnlich zu machen ſuchte, ordnete er ſeine Toilette und war eben damit fertig, als zahlreiche Tritte auf den Treppen verkündeten, daß ſeine Collegen aus dem Geſchäft in ihre Zimmer eilten.

Wieder erſchien der grüne Herr und theilte ihm mit: Herr Schröter ſei zu einer Conferenz und heut nicht mehr zu ſprechen. Dagegen ſei ſe ine Anſicht, daß der Ankömm⸗ ling den einzelnen Herren ſe inen Beſuch machen müſſe, um die Bekanntſchaft mit ihnen auf anſtändige Weiſe einzuleiten. 4 Ein Frack ſei nicht nöthig.

Anton ſtieg mit ſeinem Begleiter einige Treppen herun⸗ ter, und Herr Jordan war im Begriff, an eine Thüre anzu⸗ klopfen, als der Bewohner des Zimmers ihm entgegentrat, ein ſchöner ſchlanker Mann, von mäßiger Größe und einem Weſen, welches unſerm Helden ſehr imponirte. Er hatte ſeinen Anzug gewechſelt, trug kurze Beinkleider und Stol⸗ penſtiefeln, eine Jokeimütze auf dem Kopf und eine Reitgerte in der Hand, die er unternehmend ſchwenkte.

„Führen Sie Ihr Füllen ſchon an der Leine?“ ſagte

5