Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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zu äußern weiß, als der ſchnurrbärtige Held der Granit⸗ platten im eleganten Stadttheil. Endlich bogen die jungen Männer in eine Hauptſtraße, wo große Häuſer mit Säulen⸗ portalen, elegante Kaufläden und ein Gewühl gut gekleideter Menſchen verriethen, daß hier der Wohlſtand einen entſchie⸗

denen Sieg über die Armſeligkeit davongetragen hatte. In dieſer Straße hielten ſie vor einem hohen würdigen Hauſe

an. Itzig wies auf das Thor mit einer gewiſſen ſcheuen

Achtung und ſagte kurz:„Hier wohnt er, hier wirſt du g ſag 3 3

werden bald ſo ſtolz, wie dieſe Gojim ſind; wenn du willſt wiſſen, wo ich zu finden bin, ſo kannſt du nachfragen im Geſchäft bei Ehrenthal auf der Gerbergaſſe. Gute Nacht!“ Er pfiff vor

ſich hin und ſchlenderte die Straße hinab, ohne ſich umzuſehen.

Anton trat mit klopfendem Herzen in den Hausflur

und lockerte den Brief ſeines Vaters in der Bruſſttaſche.

Er war ſehr kleinmüthig geworden und ſein Kopf war

ſo ſchwer, daß er ſich am liebſten einen Augenblick hin⸗

geſetzt hätte, um auszuruhen. Aber wie Ruhe ſah es in dem

Hauſe nicht aus. Vor der Thür ſtand ein großer Fracht⸗ wagen, in dem Hauſe mächtige Fäſſer und Ballen, und rieſen⸗

große, breitſchultrige Männer mit Lederſchürzen und kurzen Haken im Gürtel trugen Leiterbäume, klirrten mit Ketten, rollten die Fäſſer und ſchnürten dicke Stricke durch künſtliche Knoten zuſammen; dazwiſchen eilten Commis, die Feder hin⸗

ter dem Ohr, Papier in der Hand, ab und zu, und Fuhr⸗

leute in blauen Blouſen nahmen die Papiere, die Ballen und

die Fäſſer mit der geſchäftlichen Würde in Empfang, welche

die Thätigkeit aller verantwortlichen Menſchen zu bezeichnen

pflegt. Hier war kein Ort der Ruhe, Anton ſtieß an einen