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„Ein ſchönes Gut,“ ſagte dann Herr Ehrenthal in tie⸗ fem Nachdenken..
Unterdeß ſaß die Baronin in einer Gartenlaube und blätterte in den neuen Journalen, welche der Buchhändler aus der nächſten Kreisſtadt zugeſchickt hatte. Sie derhc prüfend die Modekupfer und Taeß die kleinen Nippes der Tagesliteratur: Geſchichten von Menſchen, welche auf außer⸗ ordentliche Weiſe reich geworden, und von andern, welche auf ſchauderhafte Weiſe ermordet ſind, Tigerjagden aus Oſtindien, ausgegrabene Moſaikböden, rührende Schilde⸗ rungen von der Treue eines Hundes, hoffnungsreiche Be⸗ trachtungen über die Unſterblichkeit der Seele, und was onſt d das flüchtige Auge eleganter Damen zu feſſeln vermag. Die ſchöne Gemahlin des Freiherrn ſchaukelte während des Leſens die geſtickte Fußbank, ihre Seele war nur halb in den Bläͤ ättern, ſie ſah oft über den Raſenplatz nach ihrer Tochter, welche wieder mit dem Pony beſchäftigt d dieſem aus Blumen und Zeitungspapier eine groteske Halskrauſe und eine ge⸗ hörnte Mütze zurecht machte, was der Pony vergebens da⸗ durch zu vereiteln ſuchte, daß er ſo viel Blüthen und Zei⸗ tungspapier wegfraß, als er mit dem Maul erreichen konnte. Als die junge Dame, ſtolz auf ihr Werk, den Kopf nach der Laube wandte und das Auge d er Mutter auf ſich gerichtet
ſah, überließ ſie das Pferd dem herzueilenden Bedienten
und flog wie eine Libelle zu den Füßen der Mutter. Sie
ſetzte ſich auf die Fußbank, zog die Journale auf das Knie
der Baronin, und fing an, ſich poſſenhaft mit den Herren und Damen der Modekupfer zu unterhalten. Da die Ge⸗ ſichter dieſer
Ideale, wie bekannt, den Vorz zug haben, allen


