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Die„Landſchaft“ der Provinz war damals ein großes Creditinſtitut der Rittergutsbeſitzer, welches Capitalien zur erſten Hypothek auf Rittergüter auslieh. Die Zahlung er⸗ folgte in Pfandbriefen, welche auf den Inhaber lauteten und damals überall im Lande für das ſicherſte Werthpapier galten. Das Inſtitut ſelbſt zahlte die Intereſſen an die Beſitzer der Obligationen und erhob von ſeinen Schuldnern außer den Zinſen noch einen geringen Zuſchlag für Verwaltungskoſten und zu allmähliger Tilgung dei ſe henon enen Schuld.
„Ich mache keine Geldgeſchaͤfte,“ antwortete der Frei⸗ herr ſtolz, aber in ſeiner Bruſt klang die Saite fort, welche der Händler angeſchlagen hatte.
„Die Geſchäfte, welche ich meine, ſind ſo, wie ſie heut zu Tage macht jeder Fürſt,“ fuhr Herr Ehrenthal mit Feuer
fort.„Wenn der gnädige Herr Pfandbriefe der Landſchaft aufnimmt auf ſein Gut, ſo kann er jeden Tag erhalten funßzigtauſend Thaler in gutem Pergament. Sie zahlen dafür der Landſchaft vier vom Hundert, und wenn Sie die Pfandbriefe liegen laſſen in Ihrer Caſſe, ſo erhalten Sie davon Zinſen drei und ein halb vom Hundert. Dann zah⸗ len Sie ein halbes Procent zu an die Landſchaft, und durch das halbe Procent wird noch amortiſirt das Capital.“
„Das heißt Schulden machen, um reich zu werden,“ warf der Gutsherr achſelzuckend ein. 3
„Verzeihen Sie, Herr Baron, wenn ein Herr wie Sie 4 funßzigtauſend Thaler liegen hat, welche ihm jährlich koſten ein halbes Prorent, ſo kann er damit kaufen die halbe Welt. Immer giebt es Gelegenheit, Güter zu. erwerben zu einem
Spottpreiſe, wenn man baar Geld oder Pfandbriefe hat zu
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