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„Nur kein Fräulein,“ bat die Baronin,„und was den Pagen betrifft, ſo braucht man keinen, wenn man einen Ca⸗ walier hat, der ſo aufmerkſam iſt, wie du.“
So ſchritt der Freiherr behaglich zwiſchen den beiden Frauen dem Schloſſe zu. Lenore hatte ſich unterdeß der Zügel ſeines Reitpferdes bemächtigt und redete dem Pferde freundlich zu, ſo wenig Staub als möglich zu machen.
„Dort hält ein fremder Wagen, iſt Beſuch gekommen?“ frug der Freiherr, als ſie ſich dem Hofe näherten.
„Es iſt nur Ehrenthal,“ antwortete die Baronin,„er wartet auf dich und hat bereits ſeinen ganzen Vorrath von ſchönen Redensarten an uns verſchwendet; Lenore ließ ihrem Uebermuth die Zügel ſchießen, und es war hohe Zeit, daß
ich ſie wegführte; dem drolligen Mann wurde angſt bei der Koketterie des unartigen Kindes.“
Der Freiherr lächelte.„Mir iſt er immer noch der liebſte in dieſer Klaſſe von Geſchäftsleuten,“ ſagte er;„ſein Benehmen iſt wenigſtens nicht abſtoßend, und ich habe ihn in dem langen Verkehr ſtets zuverläſſig gefunden.— Guten Tag, Herr Ehrenthal, was führt Sie zu mir?“
Herr Ehrenthal war ein wohlgenährter Herr in ſeinen beſten Jahren mit einem Geſicht, welches zu rund war, zu gelblich und zu ſchlau, um ſchön zu ſein; er trug Gamaſchen an den Füßen, eine diamantene Buſennadel auf dem Hemd und ſchritt mit großen Bücklingen und tiefen Bewegungen des Hutes durch die Allee dem Baron entgegen.
„Ihr Diener, gnädiger Herr,“ antwortete er mit ehrer⸗ bietigem Lächeln,„wenn mich auch nichts herführt von Ge⸗ ſchäften, ſo werde ich Sie doch bitten, Herr Baron, daß Sie


