Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Landleben dir, dem Günſtling der verſtorbenen Prinzeß, zu einſam und klein erſcheinen würde.

Dort war ich Dienerin, hier bin ich Herrin, ſagte die Baronin lachend.Außer meiner Toilette hatte ich nichts, was mir ſelbſt gehörte. Immer in den langweiligen Stuben der Hoffräulein umherziehen, an allen Abenden zu der letzten Rolle verurtheilt ſein, und dabei die Angſt haben, daß das 3 immer ſo fortgehen ſoll, bis man alt wird in ewigen Zer⸗ ſtreuungen, ohne eigenes Leben! Du weißt, daß mich das oft traurig gemacht hat. Hier ſind die Ueberzüge unſerer Möbeln nicht von ſchwerem Seidenſtoff und in unſerm Saal ſteht keine Tafel aus Malachit, aber was im Hauſe iſt, gehört mir. Sie ſchlang ihren Arm um den Freiherrn:Du gehörſt mir, die Kinder, unſere ſilbernen Armleuchter.

Die neuen ſind nur Compoſition, warf der Freiherr ein.,

Das ſieht Niemand, erwiederte ſeine Gemahlin fröh⸗ lich.Und wenn ich mein Porcellan anſehe, und am Rande dein und mein Wappen erblicke, ſo ſe hmecken mir unſere zwei Schüſſeln zehnmal ſo gut, als die vielen Gänge der Hofküche. Und vollends die großen Hoftage und unſere Marſchallstafel, wo Jeder den Andern zum Verzweifeln ge⸗ nau kannte, und Jeder dem Andern zum Verzweifeln gleich⸗ giltig war. 1

Du biſt ein glänzendes Beiſpiel von Genügſamkeit, ſagte der Freiherr.Um deinetwillen und wegen der Kin⸗ der wollte ich, dies Gut wäre zehnmal ſo groß, und unſere Einnahme ſo, daß ich dir einen Pagen halten könnte, Frau Marquiſe, und außer der Wirthſchafterin ein Pant Sof⸗ fräulein..

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