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dirt, daß er ſelbſt ein Loch im Kopfe davontrug, während
rannten und ſelbſt die Knackwurſt aufaßen. Seit dieſem Tage hatte Itzig eine gewiſſe Anhänglichkeit an Anton ge⸗ zeigt, welche er dadurch bewies, daß er ſich bei ſchweren Auf⸗ gaben von ſeinem Beſchützer helfen ließ und gelegentlich ein Stück von Antons Butterſemmel zu erobern wußte, und An⸗ ton hatte den unliebenswürdigen Burſchen gern geduldet, weil es wohlthat, einen Schützling zu haben, wenn dieſer auch im Verdacht ſtand, Schreibfedern zu mauſen und ſpäter an Begüterte wieder zu verkaufen. In erin Jahren hatten die jungen Leute einander wenig geſehen, gerade ſo oft, daß Itzig Gelegenheit erhielt, die vertraulichen Formen des Schulverkehrs durch gelegentliche Anreden und kleine Spöttereien außufriſchen.
„Die Leute ſagen, daß du auch gehſt nach der großen Stadt, um zu lernen das Geſchäft,“ fuhr Veitel fort.„Du wirſt lernen, wie man Düten dreht und Syrup verkauft an die alten Weiber; ich gehe auch nach der Stadt, ich will machen mein Glück.“
Anton antwortete unwillig über die freche Rede und über das vertrauliche Du, das der Kamerad aus der Elemen⸗ tarſchule immer noch gegen ihn wagte:„ Glück nach und halte dich nicht bei mir auf.“
„Es hat keine Eil’,“ entgegnete Veitel nachläſſig, ich will warten, bis auch du gehſt, wenn dir meine Kleider
nicht ſind zu ſchlecht.“ Dieſe Berufung auf Antons Huma⸗ nität hatte die Folge, daß Anton ſich
ſchweigend die Gege
wart des unwillkommenen Gefährten gefallen ließ. Er we
So gehe deinem
ſeine Gegner weinend und blutrünſtig hinter die Kirche g) 4
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