Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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ſagte ſeine Begleiterin und löſte die Kette eines Kahns. Steigen Sie ein, mein Herr, ich fahre Sie hinüber, dort drüben iſt Ihr Weg.

Ich darf Sie nicht ſo bemüßſen⸗ ſagte Anton und zauderte einzutreten.

Ohne Widerſpruch, befahl das Fräulein,es ge⸗ ſchieht gern. Sie ſetzte ſich auf die Steuerbank und drückte das Waſſer mit dem leichten Ruder geſchickt hinter den Kahn. So fuhr ſie langſam über den Teich, die Schwäne zogen ihr nach, ſte hielt von Zeit zu Zeit an und warf ihnen einige Biſſen zu.

Anton ſaß ihr ſelig gegenüber. Er war wie verzauberte Im Hintergrund das 3 dunki Grün der Bäume, um ihn die klare Fluth, welche leiſe an dem Schnabel des Kahns rauſchte, ihm gegenüber die ſchlanke Geſtalt der Schifferin, die ſtrah⸗ lenden blauen Augen, das edle Geſicht, geröthet durch ein lieb⸗

liches Lächeln, und hinter ihnen her das Volk der Schwäne,

das weiße Gefolge der Herrin dieſer Fluth.. Es war ein Aeue ſo lieblich, wie ihn nur die Jugend träumt. Der Kahn ſtieß an das Ufer, Anton ſtieg heraus und

rief: Seeden Sie wohl! und unwillkürlich ſtreckte er ihr die Hand entgegen.Leben Sie wohl, ſagte die Kleine und berührte ſeine Hand mit den Fingerſpitzen. Sie wandte den Kahn und fuhr langſam zurück. Anton ſprang über den Raſen bis auf den erhöhten Weg und ſah von dort auf das Waſſer. Der Kahn landete an einer Baumgruppe, das Fräulein wandte ſich noch einmal nach ihm um, dann ver⸗ ſchwand ſie hinter den Bäumen. Durch eine Oeffnung d Wanfes 64 Anton das Schloß vor ſich Aangen,