Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Dame plötzlich, ſtemmte ihren Schirm gegen einen Baumaſt und ſah Anton mit altklugem Blick an.

Nein, ſagte der Sohn des Calculators traurig,mein Vater ſtarb vor vier Wochen, es iſt ein Jahr, daß meine gute Mutter todt iſt, ich bin allein, ich gehe nach der Haupt⸗ ſtadt. Seine Lippen zuckten bei der Erinnerung an den jüngſten Verluſt.

Erſchrocken ſah das Fräulein den Schmerz im Geſicht

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des Fremden.Sie armer, armer Herr! rief ſie gerührt 3 und verlegen.Kommen Sie ſchnell, ich will Ihnen noch 2 4 4

etwas zeigen. Hier ſind die Frühbeete; hier iſt das Beet

mit Erdbeeren, es ſind noch einige darin. Franz, brin⸗ ggen Sie den Teller mit Beeren, rief ſie dem Gärtner zu. . eilte damit herbei. Eifrig ergriff das Fräulein den Teller und bot die Beeren unſerm Helden mit gütigem Lächeln:Hier, mein Herr! Haben Sie die Güte, dies von mir anzunehmen. Vom Hauſe meines Vaters darf kein Gaſt. ſcheiden, ohne von dem Beſten zu koſten, das uns die Jah⸗ reszeit giebt. Bitte, nehmen Sie, bat ſie dringend.

Anton hielt den Teller in der Hand und ſah aus feuch⸗

ten Augen heczlich nach der jungen Dame. Ich eſſe mit Ihnen, ſagte das Fräulein und faßte zwei Beeren. Darauf leerte Anton gehorſam den Teller 5 Jetzt führe ich Sie noch aus dem Garten, ſprach die Dame. Der Gärtner öffnete reſpeetvoll eine kleine Seiten⸗

aich auf dem alte und junge Schwäne ruderten. Sie kommen heran, rief Anton freudig. Sie wiſſen, daß ich etwas für ſie in der Taſche