Das war ein unſcheinbares, leichtes Band, welches den Haushalt des Calculators mit dem geſchäftlichen Treiben der großen Welt verknüpfte; und doch wurde es für Anton ein Leitſeil, wodurch ſein ganzes Leben Richtung erhielt. Denn wenn der alte Herr am Abend in ſeinem Garten ſaß, das Sammtkäppchen in dem grauen Haar und ſeine Pfeife im Munde, dann verbreitete er ſich gern mit leiſer Sehnſucht über die Vorzüge eines Geſchäftes, welches die Fülle der herrlich⸗ ſten Sachen gewähre, und dann frug er ſcherzend ſeinen Sohn, ob er auch Kaufmann werden wolle. Und in der Seele des Kleinen ſchoß augenblicklich ein ſchönes Bild zuſammen, wie die Strahlen bunter Glasperlen im Kaleidoſkop, zuſammen⸗ geſetzt aus großen Zuckerhüten, Roſtnen und Mandeln und goldenen Apfelſtnen, aus dem freundlichen Lächeln ſeiner Eltern und all dem geheimnißvollen Entzücken, welches ihm ſelbſt die ankommende Kiſte je bereitet; bis er begeiſtert ausrief:„ja, Vater, ich will!“— Man ſage nicht, daß unſer Leben arm iſt an poetiſchen Stimmungen, noch be⸗ herrſcht die Zauberin Poeſie überall das Treiben der Erdge⸗ bornen. Aber ein Jeder achte wohl darauf, welche Träume er im heimlichſten Winkel ſeiner Seele hegt, denn wenn ſte erſt groß gewachſen ſind, werden ſie leicht ſeine Herren, ſtrenge Herren! 3 So lebte die Familie ſtill fort durch manches Jahr. Anton wuchs heran und lief mit ſeiner Büchermappe durch alle Klaſſen des Gymnaſtums bis in die ſtolze Prima. Wenn die Frau Calculatorin ihren Mann im Geheimen bat, über Antons Zukunft einen feſten Entſchluß zu faſſen, erwiederte der Hausherr mit einem ſiegesfrohen Lächeln:„der Ent⸗
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