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ſeine Ueberraſchung über die unerwartete Sendung aus⸗ drückte und der Firma zum neuen Jahr aus voller Seele Gutes wünſchte. Selbſt ſeiner Frau gegenüber behandelte der Herr die Weihnachtsſendung als einen Zufall, eine Kleinigkeit, ein Nichts, welches von der Laune eines Commis der Firma T. O. Schröter abhänge, und jedes Jahr prote⸗ ſtirte er eifrig, wenn die Frau Caleulatorin die zu erwartende Kiſte bei ihren Wirthſchaftsplänen in Rechnung brachte. Aber im Stillen hing ſeine Seele an dieſen Sendungen. Es waren nicht die Pfunde Raffinade und Cuba, es war die Poeſte dieſer gemüthlichen Beziehung zu einem ganz fremden Menſchenleben, was ihn ſo glücklich machte. Er hob alle Briefe der Firma ſorgfältig auf, wie die drei Liebesbriefe
ſeiner Frau, ja er heftete ſie mit dem Ehrwürdigſten, was er 8
kannte, mit ſchwarz und weißem Seidenfaden in ein kleines Actenbündel; er wurde ein Kenner von Colonialwaaren, ein
Kritiker, deſſen Geſchmack von den Kaufleuten in Oſtrau
höchlich reſpectirt wurde; er konnte ſich nicht enthalten, den billigen Melis⸗Zucker und den Braſil⸗Kaffe als untergeord⸗ nete Erzeugniſſe der Schöpfung mit einer entſchiedenen Ver⸗ achtung zu behandeln; er fing an, ſich für die Geſchäfte der großen Handlung zu intereſſiren, und ſtudirte in den Zeitun⸗
gen regelmäßig die Marktpreiſe von Zucker und Kaffe, welche
mit merkwürdigen'und für Nicht⸗Eingeweihte ganz unver⸗ ſtändlichen Bemerkungen hinter den politiſchen Nachrichten
ſtanden; ja er ſpeculirte in ſeiner Seele mit als Aſſociẽ ſeines Freundes, des großen Kaufmanns, er ärgerte ſich, wenn der Kaffe in den Zeitungen flaute, und war vergnügt, wenn der Zucker als angenehm notirt war.
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