Teil eines Werkes 
3. Th. (1864)
Entstehung
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Bedauern vergeſſen, nur bei alten Inſaſſen der Straße blieb die Erinnerung an ihn als finſtere Sage. Ga⸗ briel allein dachte jeden Abend an den Verlorenen, wenn er die kleinen Knochen für gleichgültige Nachbar⸗ hunde zurückſtellte. Aber er wunderte ſich über das Verſchwinden des Hundes nicht. Er hatte längſt ge⸗ wußt, daß es mit dieſer Kreatur ſo oder ſo kommen müſſe.

Dieſer Anſicht war eine Beſtätigung geworden, an welche Gabriel ſein ganzes Leben hindurch dachte. Denn als er im Herbſt mit ſeiner Herrſchaft wieder den Biel⸗ ſtein beſuchte, hatte er ſich einmal einen freien Nach⸗ mittag erbeten und war, wie er jetzt öfter that, allein mit ſeinen Gedankeu dahingeſchritten. Er ging im Wald weit über die Oberförſterei hinaus, zwiſchen dicken be⸗ mooſten Buchenſtämme, zwiſchen Farrenkraut und Hei⸗ delbeeren. Es wurde Abend, graue Dämmerung legte ſich um den Wanderer, er war über ſeine Richtung un⸗ ſicher geworden und ſuchte unruhig den Weg nach Hauſe. Ganz in der Ferne rollte der Donner, und zu⸗ weilen fuhr ein gelber Schein über den Himmel und erhellte für einen Augenblick die Baumſtämme und den Moosgrund. Bei ſolchem hellen Schein ſah er ſich plötz⸗ lich an einem Kreuzweg; er fuhr zurück, denn wenige Schritte von ihm ſchritt quer über den Pfad eine große dunkle Geſtalt, einen breitkrempigen Filzhut auf dem Haupt, ein Gewehr auf der Schulter, ohne Gruß und lautlos glitt ſie vorüber. Gabriel ſtand und ſtaunte