Teil eines Werkes 
3. Th. (1864)
Entstehung
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„Wenn ich auch für mein Leben das Unglück dieſes Tages empfinde,“ ſagte der Doctor,„ſo war es nur um einer Andern willen.“

„Iſt es Ihnen ein Troſt, mein Freund,“ rief Laura in ausbrechendem Gefühle,„ſo will ich Ihnen heut ſagen, daß ich treu zu Ihnen halte, was auch ge⸗ ſchehen möge.“

„Liebe Laura!“ rief der Doctor, ſie aber ſang ihm weich wie ein Vogel in das Ohr:„Mir iſt's recht, Fritz, daß Sie mir gut ſind.“ Fritz legte ſeine Wange zärtlich auf ihre Hand.„Ich mühe mich, Ihrer nicht unwerth zu ſein,“ fuhr Laura fort.„Was ich armes Mädchen vermag, verſuche ich im Geheim ſchon lange, um mich frei zu machen von dem kleinen Tand, der an unſerm Leben hängt. Ich habe mir Alles überlegt, wie man haus⸗ halten kann mit ſehr wenig, ich verwende nichts mehr auf unnütze Kleider und ſolchen Kram. Ich bin eifrig, auch etwas zu verdienen. Ich gebe Stunden, Fritz, und man iſt mit mir zufrieden. Der Menſch braucht ſehr wenig zum Leben, dahinter bin ich gekommen, ich habe in meiner Stube keine größere Freude als den Gedanken, mich unabhängig zu machen. Das wollte ich Ihnen heut ſchnell ſagen. Und noch Eines, Fritz, wenn ich Sie auch nicht ſehe, ich denke immer an Sie und ich ſorge um Sie.“ 1

Fritz ſtreckte die Arme nach ihr aus, aber ſie entzog ſich ihm, noch einmal winkte ſie an der Thür, dann flog ſie über die Straße zurück in ihre Dachſtube.