Teil eines Werkes 
3. Th. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 11—

wo er hundertfach das Bittere des nächſten Tages durch⸗ machen ſollte mit ſtarrem Auge und fieberhaftem Puls⸗ ſchlag, und dem Sohn bangte um die Wirkung, welche die furchtbare Spannung auf den reizbaren Vater ha⸗ ben mußte.

Da ſchwebte es leiſe in das dunkle Zimmer, eine helle Geſtalt ſtand neben dem Doctor, Laura faßte ſeine Hand und hielt ſie mit beiden Händen feſt. Sie beugte ſich zu ihm herab und blickte in das kummervolle Ant⸗ litz.„Ich habe drüben die Noth dieſer Stunden durch⸗ gefühlt, ich kann die Einſamkeit nicht länger ertragen,“ ſagte ſie leiſe.„Iſt keine Hilfe?“

„Ich fürchte, keine.“

Laura berührte ihm mit der Hand das lockige Haar. „Sie haben das Loos erwählt, gering zu achten, was ſich Andere ſo ängſtlich begehren. Das Licht der Sonne, welche Ihr Haupt verklärt, ſoll niemals durch die Qua⸗ len dieſer Erde getrübt werden. Seien Sie ſtolz, Fritz, nie dürfen Sie es mehr ſein als in dieſen Stunden, denn Ihnen kann ſolches Unglück nichts nehmen, was einer Klage werth iſt.“

„Mein armer Vater,“ rief Fritz.

„Ihr Vater iſt doch glücklich,“ fuhr Laura fort,„denn er hat ſich einen Sohn erzogen, dem kaum ein Opfer iſt, zu entbehren, was anderen Menſchen das beſte Glück erſcheint. Für wen haben Ihre lieben Eltern geſammelt als für Sie? Heut dürfen Sie ihnen zeigen, wie frei und groß Sie ſtehen über dieſen Sorgen um todtes Metall.“