Teil eines Werkes 
3. Th. (1864)
Entstehung
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„Nichts,“ rief Hummel,„man lebt an dieſem Orte wie verrathen und verkauft. Feuersbrunſt, Seuche und Ankunft hoher Perſonen, es iſt ein reiner Zufall, wenn man davon erfährt. Wie iſt's mit dem entlaufenen Buchhalter?“

„Es ſcheint, daß Ihr Nachbar dem Manne zu viel Vertrauen geſchenkt hat, dieſer ſoll auf den Namen ſei⸗ nes Principals in der Stille tolle Aktiengeſchäfte ge⸗ wagt haben und dieſe Nacht geflohen ſein. Man ſpricht von vierzigtauſend.“

„Dann iſt Hahn ruinirt,“ ſagte Hummel.„Un⸗

rettbar. Es ſollte mich nicht wundern. Dieſer Mann

iſt immer ein Phantaſt geweſen.“

„Wirllicht iſts nicht ſo arg tröſtete der Stadrath 1

ſich losmachend.

Herr Hummel blieb mit ſeinen Gedanken allein.

„Natürlich,“ ſagte er zu ſich ſelbſt,„das mußte ſo kom⸗

men. Immer oben hinaus, Häuſer, Fenſter, Garten⸗

ſpielerei, keine Ruhe, der Mann iſt aus wie ein Licht.“

Er vergaß die Vorübergehenden, bewegte ſich in ſei⸗ nem Hauptgange auf und ab und ſah zuweilen ver⸗ wundert auf die feindlichen Mauern.

„Aus wie ein Licht,“ wiederholte er mit dem Be⸗ hagen eines tragiſchen Schauſpielers, welcher den ſchreck⸗ lichſten Ausdruck für ein Kraftwort ſeiner Rolle zu finden bemüht iſt. Ein halbes Menſchenalter hatte er

ſich über den Mann dort drüben geärgert; ehe er noch

den erſten Anſatz zu dem Bäuchlein erhielt, das er jetzt