— 437—
ſen denen zum Segen iſt, welche das Glück haben in Ihrer Nähe zu athmen. In einem Treiben, welches mit aufreibenden Eindrücken angefüllt iſt, wo Haß und Arg⸗ wohn mehr von dem Frieden der Seele ehmen, als die Stunden der Ruhe zurückgeben könn ken, habe ich mir doch Empfänglichkeit bewahrt für die unſchuldige Friſche eines Gemüthes wie das Ihre iſt. Ich freue mich Ihrer von Herzen.“
Wieder legte er ſeine Hand leiſe auf die ihre, Ilſe ſah beſchämt durch das Lob ihres lieben Landesherrn vor ſich nieder.
Da nahte ein eiliger Schritt, der Fürſt erhob ſich, der Profeſſor trat ein. Er verneigte ſich vor dem Für⸗ ſten und ſah überraſcht auf ſeine Frau.„Du biſt nicht unwohl?“ rief er fröhlich.„Verzeihung, gnädigſter Herr, ich kam in Sorge um meine Frau. Ein fremder Knabe zog die Klingel am Antikenkabinet und brachte die Bot⸗ ſchaft, der Fremde möge ſogleich nach ſeiner Frau ſehen, ſie ſei erkrankt. Gut, daß es eine Verwechslung war.“
„Ich bin dem Irrthum dankbar,“ perſetzte der Fürſt, nda er mir Gelegenheit giebt Ihnen ſelbſt zu ſagen, was ich vor Madame Werner niederlegen wollte: der Stall hat Befehl Ihnen zu jeder Stunde einen Wagen bereit zu halten, wenn Sie bei Ihren geheimnißvollen Nachforſchungen eine Reiſe in die Umgegend wünſchen.“ Ex Ampfahl ſich gnädig.
Der Fürſt öffnete das Fenſter ſeines Arbeitzimmers, kuft war ſchwül, lange hatte die Sonne über der


