Teil eines Werkes 
2. Th. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 44—

ſicht darüber ausgeſprochen, was ſeiner Zukunft vortheil⸗ haft ſein würde. Er ſoll einmal die Geſchäftsführung großer Familiengüter überſehen, ihm wäre allerdings gut, wenn er die Arbeit des Landwirths aus eigener Anſchauung kennen lernte. Er fühlt ſich ohnedies am Hofe nicht wohl.“ Ilſe nickte mit dem Kopfe.„Auch das haben Sie ſchon bemerkt?“ frug der Fürſt heiter.

Ich will meinem Prinzen doch Gutes rathen, dachte Ilſe, wenn es ihm auch nicht ganz bequem iſt.„Dann wage ich zu ſagen,“ rief ſie,„daß jetzt grade die beſte Zeit gekommen iſt. Denn, gnädigſter Herr, er muß doch die Frühjahrsbeſtellung lernen, und die iſt in vollem Gange, er kommt nur noch zur Gerſte zurecht, da darf man nicht aufſchieben.“

Dem Fürſten gefiel dieſer Eifer ſehr.„Nicht ſo leicht iſt der Ort gefunden,“ ſagte er.

„Wenn Ew. Hoheit hier in der Nähe eine Domäne haben, wobei ein Schlößchen iſt.“

„Dann könnte er recht oft nach der Stadt kommen,“ verſetzte der Fürſt mit rauher Stimme.

„Das taugt nicht,“ fuhr Ilſe eifrig fort.„Er muß zuerſt die Arbeit der Leute gründlich kennen und dazu regelmäßig auf dem Felde ſein.“

„Einen beſſern Rathgeber konnte ich nicht finden,“ ſagte der Fürſt in vortrefflicher Laune.„In der Nähe fehlt die Gelegenheit. Ich habe an das Gut Ihres Vaters gedacht.“

Ilſe ſtand überraſcht auf.„Aber unſer Hausweſen

b

1