Teil eines Werkes 
2. Th. (1864)
Entstehung
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aber mit einem ſchmerzlichen Ausdruck, der ihr ſehr gut ſtand. Schon war der Intendant froh, daß das Un⸗

glück ſo vorübergegangen war, ſchon wurde in der letz⸗

ten Decoration die ganze Tiefe der Bühne erſchloſſen, da zeigten ſich plötzlich in der Nixengrotte unter benga⸗ liſchem Feuer die ausgetauſchten Beinkleider, ſie hingen friedlich an zwei Zacken eines ſilbernen Felſens, als wä⸗ ren ſie von einem Waſſergeiſt zum Trocknen aufgehängt. Darauf unruhige Bewegung, lautes Gelächter im Publi⸗ kum, der Vorhang mußte fallen, bevor das bengaliſche Feuer niedergebrannt war. Alles ſchnob Rache, aber der Miſſethäter war wieder nicht zu ermitteln.

Der Dienerſchaft ſträubte ſich das Haar. Man wußte, daß in ſchweren Zeiten des fürſtlichen Hauſes eine ſchwarze Dame durch Corridor und Säle ſchritt und daß dieſe Erſcheinung der hohen Familie ein Un⸗ glück bedeute. Der Glaube war allgemein, ſelbſt der Hofmarſchall theilte ihn, ſeinem eigenen Großvater war die ſchwarze Frau erſchienen, als dieſer einſt in einſamer Nacht auf die Rückkehr ſeines gnädigſten Herrn wartete. An einem Abend hatte ſich der Hof entfernt und der Hofmarſchall ſchritt, den Lakaien mit der Leuchte vor ſich, durch die leeren Säle, dem Flügel zu, in welchem der Prinz Victor logirt war, um nach Verabredung bei dieſem eine ſtille Cigarre zu rauchen. Plötzlich fuhr der Lakai zurück und wies zitternd in eine Ecke. Dort ſtand die ſchwarze Geſtalt, das Haupt mit dem Schleier ver⸗ hüllt, ſie erhob drohend die Hand und verſchwand durch