Wache gehabt hatte, aus dem Dienſt gejagt. Er ver⸗ ſchwand aus der Hauptſtadt und wäre ſehr in's Elend gekommen, wenn nicht Prinz Victor den armen Teufel in ſeiner Garniſon untergebracht hätte.
Das Ballet gerieth in Aufruhr. In dem neuen Ballo tragico„der Nix“ hatte die Prima Ballerina Giu⸗ ſeppa Scarletti eine glänzende Rolle, in der ſie grün⸗ ſeidene Höschen mit reichem Silberbeſatz tragen ſollte. Als ſie vor der erſten Aufführung dies Garderobenſtück, welches für die Rolle bedeutſam war, anlegen wollte, war die Helferin ſo ungeſchickt, ihr daſſelbe verkehrt, die Rückſeite nach vorn, zu reichen. Die Dame ſprach kräftig ihre Ungeduld aus, die Garderobiere drehte das Stück um, wieder war die Rückſeite vorn. Das Kunſt⸗ werk wurde näherer Betrachtung unterworfen, man fand mit Entſetzen, daß es wie eine geſchloſſene Muſchel aus zwei Hohlſeiten zuſammengeſetzt war. Die Scarletti gerieth in Furie, dann in Thränen und nervöſe Zu⸗ fälle, der Regiſſeur, der Intendant wurden gerufen,
die Künſtlerin erklärte, nach dieſer Schmach und Auf⸗
regung nicht tanzen zu können. Erſt als Prinz Vic⸗ tor, den ſie hochſchätzte, ſelbſt in die Garderobe kam, ihr ſeine tiefe Entrüſtung auszuſprechen, und erſt als der Fürſt ihr ſagen ließ, daß die Kränkung aufs Strengſte beſtraft werden ſolle, gewann ſie den Muth zurück, wel⸗ chen die ſchwierige Rolle nöthig machte. Unterdeß hatte auch die elfenhafte Schnelligkeit des Theaterſchneiders den Schaden ihres Kleides gebeſſert. Sie tanzte ſuperb,
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