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„Vater,“ rief Laura ihm gegenübertretend,„dieſe neue Kränkung war nicht nöthig. Mir magſt du an⸗ thun, was dir dein Haß gegen die Nachbarn eingiebt, aber daß du nach allem, was geſtern geſchehen iſt, auf's neue einen Dritten verletzen kannſt, das iſt grauſam von dir. Dies Tuch gehört dem Doctor. Und da ich es zurückerhalte, werde ich es ihm bei erſter Gelegenheit wieder geben.“
„Richtig,“ ſagte Hummel,„es iſt von dir mit eige⸗ nen Händen geſäumt und geſtickt. Thue jetzt, was du vor deinem Kopfe verantworten kannſt. Du weißt aber, und auch er weiß, was ich von dieſen Ar⸗ tigkeiten zwiſchen hier und dort halte. Willſt du gegen meinen entſchiedenen Willen handeln, ſo wage es. Auf einen Geſchenkfuß mit den Hähnen möchte ich unſere Wirthſchaft nicht einrichten, weder in Kleinem, noch in Größerem. Und da du, wie ich höre, bei den Miethern mit dem Doctor oft zuſammenkommſt, ſo wird gut ſein, wenn du auch daran denkſt. Und dies ſollte eine Er⸗ innerung ſein.“ Er ging gemüthlich zur Thür hinaus und ließ ſeine Tochter im Aufruhr gegen ſein hartes Regiment zurück. Sie hatte nicht gewagt, dem Vater zu widerſprechen, denn er war heut, abweichend von ſei⸗ nem polternden Weſen, in ruhiger Haltung und ſie fühlte aus ſeinen Worten einen Sinn, der ihr den Mund ſchloß und das Blut in die Wangen trieb. Und es wurde für das geheime Tagebuch ein ſtürmiſcher Vor⸗ mittag.


