— 25—
ſagte:„Glücklicherweiſe bin ich in der Lage, auf dieſe Riſſe Ihr Geſchenk von heut Morgen legen zu können.“ Und er holte das roth und ſchwarze Tuch hervor und mühte ſich, daſſelbe um die verwundete Hand zu ſchlingen, wobei nicht zu vermeiden war, daß die Hand ein un⸗ heimliches, mörderiſches Ausſehen erhielt. Als Laura die blutigen Schrammen ſah, erſchrak ſie, aber ſie wußte ihre Reue tapfer zu verbergen und warf ihm nur die kalten Worte zu:„Wenigſtens wird für Ihre Hand beſſer ſein, wenn Sie mein Tuch zum Verband nehmen, als dieſes ſteife Leder.“
„Es iſt Ihr Tuch,“ verſetzte der Doctor traurig.
„Das iſt noch ſchlimmer als alles andere,“ rief Laura mit bebender Stimme.„Sie haben heut eine Art mit mir zu verkehren, die für mich entwürdigend iſt, und ich frage Sie, was habe ich gethan, um ſolche Be⸗ handlung zu verdienen?“.*.
„Was habe denn ich gethan, daß Sie mir dieſe Vorhaltung machen?“ frug der Doctor,„Sie haben mir heut Morgen dieſen Gevattergruß geſandt.“
„Ich?“ rief Laura,„Sie haben mir dieſe Katzenpfoten geſandt, aber nicht ich dies Tuch. Mein Tuch hatte nichts von den Reizen dieſes bunten Drucks, es war nur weiß.“
„Ebenſo darf ich von meinen Handſchuhen ſagen, ſie hatten nicht den Vorzug Krallen zu beſitzen, es war gewöhnliches Leder.“
Laura wandte ſich zu ihm hin und ſtarrte ihm ängſtlich in das Geſicht.„Iſt das wahr?“


