Teil eines Werkes 
2. Th. (1864)
Entstehung
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Taufſtein. Als er aber dem großen Fritz überliefert wurde, brach er in zorniges Geſchrei aus, und Laura ſah mit Verachtung, wie der Doctor beunruhigt wurde und ungeſchickte Verſuche machte, durch Heben und Sen⸗ ken der Arme den Schreihalz mit ſeinem Anblicke zu verſöhnen; bis ihm zuletzt die Hebamme— eine ſehr entſchloſſene Frau— aus der Noth half.

Je weiter die Sonne herab ſank, deſto unerträg⸗ licher wurde die Pflicht des Tages. Bei dem Taufeſſen gingen alle ſchwarzen Ahnungen Lauras in Erfüllung, ſie ſaß neben dem Doctor. Und es war beiden ein ausgezeichnet behagliches Mahl. Der Doctor wagte noch einige Anläufe, ihre unbegreifliche Stimmung zu durch⸗ brechen, er hätte ebenſo leicht mit einem Schwefelholz. das Eis eines Gletſchers aufgethaut, denn jetzt war Laura an die kalte Luft geſelliger Nichtachtung gewöhnt. Sie ſprach ausſchließlich mit dem Taufvater, der auf ihrer andern Seite ſaß und fand in der Unterhaltung mit dem heitern Manne die Schwungkraft des Geiſtes

nieeder, während Fritz immer ſtiller wurde, und ſeine Nachbarin zur Linken, eine freundliche junge Frau, auf⸗ fallend vernachläſſigte. Und es wurde noch ärger. Denn als der Braten herannahte, kam der Mitgevatter, ein Stadtrath und ſonſt ein Mann von Welt und Wort, hinter den Stuhl des Doctors und erklärte, daß er den Toaſt auf den Täufling auszubringen keineswegs ge⸗ ſonnen ſei, weil ihm ein Kopfſchmerz alle Gedanken nehme, und daß der Doctor an ſeiner Stelle zu reden