Die Frauen ſahen einander an.„Sie Alle hörten dieſe Ausſage,“ begann die Struvelius.„Aber weshalb haben Sie, Herr Magiſter, meinen Mann gebeten, Nie⸗ mandem zu ſagen, daß das Pergament von Ihnen kommt?“
Der Magiſter wand ſich auf dem Stuhl und ſah verlegen auf ſeine Kniee herab.„Ach, die hochverehrten Damen werden mir zürnen, wenn ich das ausſpreche. Herr Profeſſor Werner hat gegen mich immer viele Freundlichkeit gehabt und ich hatte Angſt, derſelbe könnte übel empfinden, wenn ich einen ſolchen Fund nicht zuerſt ihm zeigte. Und doch hatte auch Herr Profeſſor Stru⸗ velius mich wieder zu Dank verpflichtet, denn derſelbe hatte mir geneigteſt Correctur und Inhaltsverzeichniß ſeiner neuen großen Ausgabe übertragen. Und ich ſtand zwiſchen zwei ſchätzbaren Gönnern in Verlegenheit.“
Das war ſo kläglich, daß es leider nicht unwahr⸗ ſcheinlich war.
„O bewirken Sie, daß ihr Gemahl ihn anhört,“ rief die Struvelius.
„Wir hoffen, Herr Magiſter, Sie werden Ihre Worte vor Andern wiederholen, welche den Inhalt beſſer
verſtehen, als wir,“ ſagte Ilſe, und der Magiſter er⸗
klärte furchtſam ſeine Bereitwilligkeit. „Aber das Pergament müſſen Sie doch ſchaffen,“ varf Laura dazwiſchen. Knips zuckte die Achſeln.„Wenn es möglich iſt,“ ſagte er,„und ob der Mann für dieſen Betrag mir das
Blatt überlaſſen wird.“ 4


