Teil eines Werkes 
1. Th. (1864)
Entstehung
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Die Struvelius griff wieder nach ihrer Taſche, aber Ilſe hielt ihr die Hand feſt, und Laura rief:„Wir geben nicht mehr.“„Dennoch aber,“ fuhr der Magiſter, gedrückt durch den Widerſtand ſeiner Richterinnen, fort: nes ſind Zweifel erhoben an der Echtheit, und wie es bei ſolchen Leuten geht, vielleicht hat das Blatt dem Händler dadurch an Werth verloren.— Aber, hochver⸗ ehrte Frauen und Fräulein, wenn es mir gelingen ſollte, Ihnen zu dienen, ſo flehe ich in Ehrerbietung, daß Die⸗ ſelben mir nicht den unglückſeligen Antheil nachtragen, den ich ohne mein Verſchulden in dieſer ſchwierigen Sache gehabt habe. Sie hat mich die ganze Zeit ſehr bekümmert und ſeit die Worte des Herrn Profeſſor Werner gedruckt wurden, habe ich jeden Tag gejammert, daß ich je mit einem Auge auf das Blatt geſehen. Denn ich darf meine gewichtigen Gönner nicht verlie⸗ ren, wenn ich nicht in den Abgrund des Elends ſinken ſoll.“

Dieſe Worte regten den Richterinnen das Mitleid auf, und die Struvelius ſagte gütig:„Wir glauben Ihnen, denn es iſt eine häßliche Empfindung, auch wider Willen Andere getäuſcht zu haben.“ Aber Laura, welche ſich zur Vorſitzenden des Rathes aufgeworfen hatte, ent⸗ ſchied kurz:„Ich bitte alſo, daß alle Betheiligten ſich morgen um dieſelbe Stunde hierher bemühen. Ihnen, Magiſter Knips, gebe ich bis dahin Zeit, das Blatt in unſere Hände zu liefern. Nach Ablauf dieſer Friſt wird Wäſche entzogen, das Haus verboten und der Familie