Teil eines Werkes 
1. Th. (1864)
Entstehung
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„Ich bin Ihnen von Herzen dankbar,“ raunte die Struvelius und zog auch ihre Börſe aus dem Gewande. „Wenn es nur reichen wird,“ ſagte ſie ängſtlich an den Schnüren ziehend,„ſehen wir ſchnell, was wir haben.“ „Behüte,“ rief Laura erſchrocken,„ſie iſt ja voll

Gold.“

„Ich habe zu Geld gemacht, was ich grade konnte,“ erwiederte haſtig die Struvelius.„Das iſt ja jetzt alles unweſentlich.“

Ilſe nahm beiden Frauen die Börſen aus der Hand und ſagte feſt:„Das iſt viel zu viel. Solche Summe dürfen wir ihm nicht anbieten, wir wiſſen nicht, ob wir nicht den armen Mann in Verſuchung führen ein Unrecht zu thun. Ueberhaupt wenn wir Geld bieten, laſſen wir uns auf einen Handel ein, den wir gar nicht verſtehen.“ Das beſtritten die Andern, und im Flüſterton wurde eifrig darüber verhandelt.

Endlich entſchied Laura:„Zwei Goldſtücke ſoll er haben, und damit abgemacht.“ Sie eilte hinaus, den Gefangenen wieder einzuführen.

Als der Magiſter eintrat, ſah die Struvelius ſo bittend auf Ilſe, daß dieſe ſich überwand, die Verhand⸗ lung einzuleiten.„Herr Magiſter, wir Frauen haben uns in den Kopf geſetzt, das Schriftſtück zu erhalten, welches die Herren Gelehrten ſo ſehr beſchäftigt, und da Sie Beſcheid wiſſen, bitten wir Sie, uns dabei zu helfen.“ Magiſter Knips bewegte ſeine Lippen zu einem unterwürfigen Lächeln.

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