dies alles gelten muß, wenn Sie im Dienſt der Wahr⸗ heit ſtehen, für die Wiſſenſchaft?“
Knips gab zu, im Dienſt der Wahrheit zu ſtehen.
Laura merkte, daß das Verhör ſich in Seitenpfade ſchlängelte, auf denen das Pergament nicht zu finden war, ſie ſprang auf und rief:„Gehen Sie einmal hin⸗ aus, Magiſter Knips, ich habe mit Frau Profeſſorin etwas zu beſprechen.“ Knips erhob ſich ſehr bereitwillig und machte eine Verbeugung.„Sie dürfen aber nicht fort, treten Sie in das Zimmer nebenan. Kommen Sie, ich werde Sie ſogleich wieder einlaſſen.“ Knips folgte mit geſenktem Haupt und Laura kam auf den Fuß⸗ ſpitzen zurück und ſagte leiſe:„Ich habe ihn einge⸗ ſchloſſen, damit er nicht entläuft.“ Die Frauen neig⸗ ten die Köpfe zu geheimer Berathung.
„Sie behandeln ihn zartfühlend, Frau Profeſſorin,“ flüſterte Laura,„bieten Sie ihm Geld, das wird ihn locken. Es iſt hart, daß ich ſo etwas ſagen muß, aber ich kenne die Familie Knips, ſie iſt egoiſtiſch.“
„Auch ich habe für den äußerſten Fall daran ge⸗ dacht,“ verſetzte die Struvelius,„ich wollte ihn nur nicht durch ein kaltes Angebot verletzen, wenn eine männliche Empfindung in ihm lebt.“
„Ei was,“ rief Laura,„es iſt gar kein Mann, es iſt nur ein Haſenfuß. Und wenn er Ihnen wider⸗ ſteht, ſo bieten Sie mehr. Bitte, hier iſt meine Spar⸗ caſſe.“ Sie lief zum geheimen Schreibtiſch und holte die Perlentaſche hervor.


