den Saal rief, und den der Mineralogin, welche auf der andern Seite ihres Felix ſaß. Die Gläſer klangen, ein Tuſch wurde geblaſen, viele Collegen und einige Frauen erhoben ſich und zogen mit ihren Gläſern heran, es entſtand hinter den Stühlen eine kleine Völkerwan⸗ derung, und Ilſe und die Mineralogin mußten ohne Aufhören anſtoßen, danken und ſich verneigen. Als Ilſe erröthend aufſtand, um mit den Grüßenden anzuſtoßen, ſtreifte ihr Blick unwillkührlich die nächſte Tafel, wo wieder die Struvelius gegenüber ſaß, und ſie ſah, wie dieſe nach dem Glaſe zuckte, aber ſchnell zurückfuhr und finſter vor ſich hinſtarrte.
Die Geſellſchaft erhob ſich, und jetzt erſt begann die rechte Feſtfreude. Denn auch die Profeſſoren wur⸗ den regſam und gedachten ährer alten Tüchtigkeit. Und der Saal erhielt ein verändertes Ausſehen, denn jetzt drehten ſich auch ehrwürdige Herren mit ihren eigenen Frauen im Kreiſe. Ach, es war für Ilſe ein herziger und rührender Anblick! Mancher alte Frack und be⸗ queme Wegſtiefel bewegte ſich im Takte. Und die Her⸗ ren tanzten entſchloſſen mit allerlei Schleifung des Fußes und kühner Bewegung der Kniee in dem Stil ihrer Jugendzeit und mit dem Gefühl, daß ſie ihre Kunſt auch noch verſtanden. Einige der Frauen hingen ſchüch⸗ tern in den Armen der Tänzer, manche auch etwas ſchwerfällig. Und andern ſah man an, wie gut ſie das Regiment im Hauſe führten, denn wenn die Wiſſen⸗
ſchaft des Gemahls nicht ganz ausreſchte, wußten ſie


