Teil eines Werkes 
1. Th. (1864)
Entstehung
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aber nannte ſie einmal über das andere ſeine liebe Frau Collega. Er frug beſorgt, ob er ihr nicht etwas Gutes, wie Thee oder Limonade, zutragen dürfe, er nahm den feingeſchnitzten Fächer, den ihr Laura aufgenöthigt hatte, bewundernd aus ihrer Hand und ſteckte ihn aus Vor⸗ ſicht in die Bruſttaſche ſeines Fracks. Und dabei kam er auf eine luſtige Geſchichte, wie er als Student ſich in ſeiner kleinen Stube ſelbſt tanzen gelehrt hatte, um ſeiner gegenwärtigen Frau zu gefallen, und im Feuer ſeiner Erzählung begann er vor Ilſe die Methode dar⸗ zuſtellen, durch welche er ſich in der Stille die erſten Pas beigebracht. Er bewegte ſich grade im Schwunge und der Schwanenflaum des Fächers ragte wie eine große Feder aus ſeinem Flügel hervor, als ein neuer Tanz begann und der Profeſſor durch die wirbelnden Paare mit Lauras Fächer weggefegt wurde.— Es waren nur wenige Schritte, die Ilſe durch den Saal gethan hatte, aber die kleine Aeußerung eines ſelbſtſtändigen Willens hatte ihr die gute Meinung der Univerſität gewonnen. Denn mancher Bemerkung, welche wohl über ihr ländliches Weſen gemacht wurde, klang jetzt bei Männern und Frauen die Anerkennung entgegen: ſie hat Gemüth und Charakter. 1 Nach altem Brauch wurde der Ball in ſeiner Mitte durch ein gemeinſchaftliches Abendeſſen unterbrochen. Würdige Profeſſoren waren ſchon einige Zeit vorher im Nebenzimmer ſpähend um gedeckte Tiſche gewandelt, hat⸗ ten vorſorglich Zettel gelegt und mit wohlgekräuſelten