Teil eines Werkes 
1. Th. (1864)
Entstehung
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Kommen und Gehen wie auf einem Jahrmarkt, und Ilſe und die Magnificenz ſaßen da wie zwei Nachbar⸗ ſterne, von denen einer den Glanz des andern vermehrt. Alles war gut und ſchön, Ilſe war ſeelenvergnügt und es fand an ihrer Nähe nur etwas mehr freundſchaft⸗ liches Händeſchütteln ſtatt, als ſich im Ganzen mit der Feierlichkeit eines Balles verträgt. Und als Felix auch einmal herzutrat und ſie fragend anſah, da drückte ſie ihm leiſe die Fingerſpitze und lachte ihn ſo glücklich an, daß er keiner weitern Antwort bedurfte.

Da, in einer Pauſe, als Ilſe die Wände des Saales entlang ſah, erblickte ſie auf der entgegengeſetzten Seite Frau Profeſſor Struvelius. Sie ſaß in auffallend dunklem Kleide, ihre eine ſapphiſche Locke hing ernſt und ſchwermüthig von dem feinen Haupt. Die Gattin des Feindes ſah bleich aus und blickte ſtill vor ſich nieder. In der Haltung der Frau war etwas, was Ilſen das Herz bewegte, und ihr war, als müßte ſie hinüber gehen. Sie überlegte, ob ihrem Felix das recht ſein werde, und fürchtete ſich auch vor einer kalten Abweiſung. Endlich aber faßte ſie ein Herz und ſchritt quer durch den Saal auf die gelehrte Frau zu.

Sie wußte nicht, was ſie that. Sie ſelbſt war viel mehr aufgefallen, ſie wurde viel ſchärfer beobachtet, und die Anweſenden beſchäftigte der Zwiſt zweier Häuptlinge viel angelegentlicher, als ſie ahnte. Wie ſie jetzt mit feſtem Schritt auf die Andere zuging, und ſchon einige

Schritt vor ihr die Hand nach ihr ausſtreckte, da ent⸗ 1