Teil eines Werkes 
1. Th. (1864)
Entstehung
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„Wer ſich nur damit beſchäftigt,“ verſetzte der Pro⸗ feſſor eifrig,„der wird leicht phantaſtiſch und weich. Das Studium ſolcher Urzeiten wirkt wie orientaliſcher Mohnſaft. Die Arbeit unter dieſen ſchillernden un⸗ deutlichen Gebilden, welche im Dunkel aufleuchten und wieder verſchwinden, verführt zu ungeregeltem Combini⸗ ren, wer ſein Lebtag darüber verweilt, wird auch in den Geſichtspunkten, durch die er ſein eigenes Leben beſtimmt, ſchwerlich Willkür fern halten.“

Fritz ſtand auf.„Das iſt unſer alter Streit. Ich weiß, du willſt mir nichts Hartes ſagen, aber ich em⸗ pfinde, daß du dabei an mich denkſt.“

„Und habe ich Unrecht,“ fuhr der Profeſſor fort, „wahrlich, ich habe Reſpekt vor jeder geiſtigen Arbeit, aber meinem Freund möchte ich die gönnen, welche für ihn am ſegensreichſten iſt. Dein Suchen im indiſchen Götterglauben und deutſcher Mythologie lockt dich von einem Räthſel zu dem andern; in dem endloſen Gebiet von unklaren Anſchauungen und Bildern unter weſen⸗ loſen Schatten ſoll eine junge Kraft nicht immer weilen. Zwinge dich zu einem Abſchluß. Auch aus äußern Gründen. Es taugt dir nicht, Privatgelehrter zu ſein, das Leben iſt zu bequem, der äußere Zwang, ein be⸗ ſtimmtes Gebiet von Pflichten fehlen dir. Du haſt mehre von den beſten Eigenſchaften eines Lehrers. Sitze nicht im Hauſe der Eltern, du mußt Univerſitätslehrer werden.“

Dem Freunde ſtieg eine dunkle Röthe langſam über die