zuletzt die Hauptſache. Denn was uns am meiſten ör⸗
dert, iſt doch nicht die Summe des Wiſſens wir einem großen Manne verdanken, ſondern ſei ie Perſönlichkeit, die durch das, was er für uns ef 5 ein Theil unſeres eigenen Weſens wird. Der t
des Ariſtoteles iſt für uns noch etwas anderes, Summe ſeiner Lehren, welche wir aus den er Büchern zuſammenſuchen. Und Sophokles bedeu etwas ganz anderes, als ſieben erhaltene Tragödie Art, wie er dachte, fühlte, das Schöne empfan⸗ Gute wollte, die ſoll ein Stück von unſerm Leben den. Dadurch vor allem wirkt das Wiſſen aus gangener Zeit befruchtend auf unſer Sein und len. In dieſem Sinne iſt auch die ſchwermüt trauervolle Seele des Tacitus für mich weit mehr, ſelbſt ſeine Schilderungen des Kaiſerwahnſinns.— Si Fritz, und deshalb ſind mir dein Sanſcrit und dei Inder nicht recht, Ihnen fehlen die Männer.“
„Sie ſind wenigſtens für uns ſchwer erkennbar, erwiederte der Freund.„Aber wer, wie du, die home riſchen Geſänge den Studenten erklärt, der darf nich verkennen, welcher Reiz darin liegt, in die geheimniß vollſten Tiefen des menſchlichen Schaffens hinabzuſteigen in die Periode der Menſchheit, wo noch die junge Volks kraft den Einzelnen, welcher in ihr arbeitet, unſern Blicke verdeckt, und das Volk ſelbſt in Poeſie, Sage Recht, wie ein Einzelweſen Lebendiges geſtaltend, vo uns tritt.“


