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Gem mel des Vorzimmers, der lauernde Blick verſteck⸗ te Haſſes ſind oft die einzigen Quellen des Geſchicht⸗ libers. Uns bleibt vor ſolcher Zeit nichts übrig, beſcheiden das Urtheil des Mannes zu ſchätzen, der oon dieſen fremdartigen Zuſtänden Kunde überliefert Zer die erhaltenen Bruchſtücke des Tacitus ehr⸗ geſcheut betrachtet, der wird ſeinen ſichern Blick in ſtten Falten eines römiſchen Gemüthes bewun⸗ derr hen. Es iſt ein erfahrener Staatsmann, ein kräf ger und wahrhafter Geiſt, der uns die geheime G. ichte ſeiner Zeit ſo erzählt, daß wir die Menſchen und all ihr Thun verſtehen, als ob wir ſelbſt Gelegen⸗ hei hätten, ihnen in das Herz zu ſehen. Wer das ver⸗ me für ſpätere Jahrtauſende, der iſt nicht nur ein gr oßer Geſchichtſchreiber, er iſt auch ein bedeutender Menſch. Und vor ſolcher Geſtalt habe ich immer eine efherzliche Ehrfurcht empfunden, und ich halte für eine gflicht ernſter Kritik, das Mäkeln der Kleinen von ſol⸗ chem Bilde fern zu halten.“
„Schwerlich hat einer ſeiner Zeitgenoſſen,“ beſtätigte ver Dockor,„ſo tief die Schwächen der eigenen Zeitbil⸗ dung gefühlt als er. Und immer hat mich gerührt, wie er das Schwerflüſſige ſeiner Sprache, das Vieldeutige des Ausdrucks mit der Scheu und Vorſicht entſchuldigt, welche unter der Herrſchaft des Scheuſals Domitian
auch in die Seelen der Beſten geſchlagen wurden.“
„Ja,“ ſchloß der Profeſſor,„er iſt ein Mann, ſo weit das in ſeiner Zeit noch möglich war, und das iſt


