Teil eines Werkes 
1. Th. (1864)
Entstehung
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vertilgt, eine hohe und reiche Bildung heraustreibt und verdirbt, vor allem die Herrſchenden ſelbſt mit wenigen Ausnahmen entmenſchlicht. Wir haben bis zur Gegen⸗ wart kaum ein anderes Werk, deſſen Verfaſſer ſo ſpä⸗ hend in die Seelen einer ganzen Reihe von Fürſten blickt, ſo ſcharf und genau die Verwüſtungen ſchildert, welche die dämoniſche Krankheit der Könige in den ver⸗ ſchiedenſten Naturen hervorgebracht hat.“

„Mich hat immer geärgert,“ ſagte der Doctor, „wenn man ihm vorwarf, daß er zumeiſt Kaiſer⸗ und Hofgeſchichte geſchrieben. Wer darf Trauben von einer Cypreſſe verlangen und behagliche Freude an dem groß artigen Staatsleben von einem Manne, der durch einen großen Theil ſeines Mannesalters täglich Meſſer und Gift becher eines wahnſinnigen Deſpoten vor ſeinen Augen ſah.“

„Ja,“ fuhr der Profeſſor beiſtimmend fort,„er ge hörte zu den Ariſtokraten, deren Häupter hoch über di Menge herausragen, eine Körperſchaft, unfähig zum Re⸗ gieren, unwillig im Gehorſam. In dem Gefühl einer be⸗ vorzugten Stellung waren ſie die unentbehrlichen Diener die ſtillen Feinde und Rivalen der Fürſten, in ihnen bildeten ſich die Tugenden und Laſter einer gewaltigen Zeit zu ungeheuren Erſcheinungen. Wer ſollte die Ge⸗ ſchichte römiſcher Fürſten ſchreiben, als ein Mann aus dieſem Kreiſe? Durch Palaſtintriguen und ſtillen Ein⸗ fluß dunkler Nebengeſtalten entwickeln ſich die That⸗ ſachen, die ſchwärzeſte Miſſethat verbirgt ſich hinter den ſteinernen Wänden des Palaſtes, das Gerücht, das leiſe

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