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Lohn dafür heimlich abzunagen. Nicht meine Beſchei⸗ denheit, ſondern meine Selbſtſchätzung verbietet das. Und dies Gefühl ſollſt du ehren,“ ſchloß Fritz mit gro⸗ ßer Energie.
„Nun,“ lenkte der Profeſſor ein, die auflodernde Empfindung bändigend,„vorläufig geberden wir uns wie der Mann, welcher Haus und Acker vom Erlös eines Kalbes kaufte, das ihm noch nicht geboren war. Sei ruhig, Fritz, nicht du, nicht ich werden die Hand⸗ ſchrift herausgeben.“
„Und niemals werden wir erfahren, was römiſche Kaiſer an Thusnelda und Thumelicus gefrevelt haben,“ ſagte Fritz, und trat wieder theilnehmend zu dem Freunde.
„Aber es ſind doch nicht Einzelheiten, welche uns den größten Gewinn brächten,“ begann der Profeſſor ruhiger, „und nicht, daß wir dieſe miſſen, macht uns den Verluſt der Handſchrift empfindlich. Denn für die Hauptſachen verſagen andere Quellen nicht. Das Wichtigſte wäre immer, daß Tacitus der erſte und in mancher Hinſicht der einzige Geſchichtſchreiber iſt, der höchſt auffallende, unheimliche Seiten der menſchlichen Natur dargeſtellt hat. Seine Werke ſind uns zwei geſchichtliche Tragö⸗ dien, die Scene des Juliſchen und des Flaviſchen Kaiſer⸗ hauſes, markerſchütternde Bilder der ungeheuren Um⸗ wandlung, welche durch ein Jahrhundert der größte Staat des Alterthums, die Seelen der Gehorchenden, die Charaktere der Herrſcher erfahren; die Geſchichte einer Tyrannenherrſchaft, welche die edlen Geſchlechter
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