Teil eines Werkes 
1. Th. (1864)
Entstehung
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lacrimas et signa hinter einander.“

zeichniß von Kirchenſchätzen des Kloſters Roſſau. Es war ein dürftiges Kloſter, das Verzeichniß iſt nicht groß oder nicht vollſtändig. Es wurde von einem unwiſſenden Mönch, ſoweit man aus ſeiner Schrift ſülrſen kann, etwa um 1500 gemacht. Sieh, hier Kirchengeräth und wenige geiſtliche Gewänder, und hier einige theologiſche Hand⸗ ſchriften des Kloſters, für uns gleichgültig, darunter aber zuletzt folgender Titel:„Das alt ungehür puoch von ußfahrt des ſwigers.“

Der Doctor prüfte neugierig die Worte.„Das klingt wie Ueberſchrift eines Rittergedichts. Und was bedeuten die Worte ſelbſt: Iſt der Ausfahrende ein Schwieger, oder ein Schweigender?

„Verſuchen wir das Räthſel zu löſen,“ fuhr der Pro⸗ feſſor mit glänzenden Augen fort, und wies mit dem Finger auf daſſelbe Blatt.„Eine ſpätere Hand hat in lateiniſcher Sprache dazugeſchrieben:„Dies Buch iſt la⸗ tein, faſt unlesbar, fängt an mit den Worten: lacrimas et signa und endet mit den Worten: Hier ſchließt der Geſchichten— actorum— dreißigſtes Buch. Jetzt rathe.“

Der Doctor ſah in das erregte Geſicht des Freun⸗ des:„Laß mich nicht warten. Die Anfangsworte klin⸗ gen viel verſprechend, aber ein Titel ſind ſie nicht, es mögen im Anfange Blätter gefehlt haben.“

„So iſt es,“ verſetzte der Profeſſor vergnügt. Neh⸗ men wir an: ein, zwei Blätter haben gefehlt. Im fünf⸗ ten Kapitel der Aunmlen des Tacitus ſtehen die Worte

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