Teil eines Werkes 
1. Th. (1864)
Entstehung
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hat dich ſo verwandelt? Wetter, das that wieder der Alte dort oben, der gaukelnde Mond.

Weicht hinterwärts, täuſchende Bilder der Däm⸗ merung. Das Thal iſt durchſchritten, vor dem Wan⸗ derer ſchimmern erleuchtete Fenſter, hier ragen die näch⸗ ſten Häuſer der Stadt, zwei ſtattliche Häuſer und zwei Hausbeſitzer! Hier wohnen Menſchen, Steuerzahler, rüh⸗ rig Schaffende; ſie hüllen ſich zur Nacht in warme Decken, und nicht in deine wäſſrigen Geſpinſte, o Mond, welche als rollende Tropfen von Haar und Bart träufeln; ſie haben ihre Launen und ihre Biederkeit und ſchätzen deinen Werth, Mond, genau nach den Summen, die du dey Stadtkaſſe an Gaslicht erſparſt.

In dem Hauſe zur linken Hand glänzt aus der obern Fenſterreihe eine Lampe nahe den Scheiben. Ver⸗ geblich mühſt du dich, bleiches Wolkenlicht, deine trügen⸗

den Strahlen auch dort hineinzuwerfen. Denn ihn, der dort wohnt, ſollſt du mit deinen Poſſen nicht kränken, er iſt ein Kind der Sonne und ein Held dieſer Ge⸗ ſchichte. Es iſt der Profeſſor Felix Werner, ein gelehr⸗ ter Philologe, noch ein junger Herr, aber von wohlver⸗ dientem Ruf. Da ſitzt er an ſeinem Arbeitstiſch und blickt auf verblichene alte Schrift; ein anſehnlicher Mann; wenn er aufſteht, von guter Mittelgröße, dunkles gelocktes Haar umgiebt ihm ein großes Antlitz von kräf⸗ tiger Bildung, nichts Kleines darin, helle treue Augen unter den dunklen Braunen, die Naſe leicht gebogen, die

Muskeln des Mundes ſtark entwickelt, wie bei einem be⸗