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einem ſächſiſchen Kreuzhaufen durch das Stadtthor. Aber erſt am Abend betrat er Jvo's Haus, dem Diener, welcher ihn ankündigte, nannte er einen fremden Namen, und im erſten Morgengrau ritt er, durch Jvo über die Stadtmark geleitet, zum Kampfe mit de iden von dannen. Die thüringiſchen Anſiedler abeherfuhren von anderen Wallern, daß Meiſter Konrad auf der Heer⸗ ſtraße durch unbekannte Rächer erſchlagen, und die Brandfackel Deutſchlands in Blut ausgelöſcht ſei.
Als endlich der große Ordensmeiſter Hermann ſelbſt über die Weichſel kam, da war Ivo's Haus die erſte Herberge, welche er auf dem neuen Grunde der Deut⸗ ſchen beſuchte. Er ſaß zwiſchen Friderun und ihrem Gatten und begann:„Dir, Schweſter, bringe ich einen Gruß der Herzogin Hedwig, welche am Kaiſerhofe lebt, von Vielen umfreit und von den Sängern geprieſen. Sie ſprach zu mir: Grüßt die Hausfrau, und nicht ihn, damit ſie erkenne, daß ich ihr Recht ehre und ihr Gutes wünſche.“ Darauf erzählte er, daß Kaiſer Friedrich über die Alpen nach Deutſchland gekommen ſei.„Wie war ſein Heerge⸗ folge, Meiſter?“ frug Jvo.
„Er zog ohne Heer. Dreißig Kamele trugen ihm Kiſten nach, darunter einige mit Gold gefüllte für die deutſchen Fürſten.“
„Wie widerſteht er bei uns der Herrſchaft des heiligen Vaters? Denn wir hören, daß die großen Häup⸗ ter der Chriſtenheit wieder uneinig ſind.“
„Er hat, um ſeine Gläubigkeit zu erweiſen, mit ſeinen Schultern den Sarg der Frau Elſe getragen, da


