Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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rief höhnend hinüber:Ihr habt die Ketzerküchlein mir entführt, jetzt halten wir euch in eurem Bau umſchloſſen, kommt ihr nicht gutwillig heraus, ſo räuchern wir euch, und er hielt eine Pechfackel an den Holzſtoß. Ivo legte die Hand auf die Schulter des jungen Ritters, der ſich hinter ſeinem Schilde am Graben niedergeſetzt hatte und wies über den Steg; doch dieſer ſchüttelte das Haupt. Da neigte ſich Ivo gegen die deutſchen Brüder zum letzten Gruß, und die Hand gen Himmel hebend rief er mit heller Stimme.Aus feuriger Lohe ſtieg mein Geſchlecht hernieder in dies Land, hier ſtehe ich unter der letzten Mauer, die mir von dem Erbe meines Geſchlechtes geblieben iſt; in ihrem Brande will ich ver⸗ gehen als ein Freier; ehrlich habe ich gelebt und ehrlich ſterbe ich, und meine Seele empfehle ich der Gnade des erbarmenden Gottes. Und er wandte ſich nach dem Thurme.

Aber ein alter Bruder ritt an den Grabenrand und rief zornig hinüber:Willſt du als ein König der Spiel⸗ leute untergehen auf den Trümmern deiner Herrſchaft? Ich denke, du haſt gelernt, neue Burgen zu bauen. Ich mahne dich, Geſelle, daß du mir im Preußenlande die Meßſchnur halteſt.

Als Ivo die Stimme hörte, hielt er an und hob das Haupt, da ſprang von der Seite des wunden Va⸗ ters Friderun empor und rief:Vater, ich thue, was ich muß, und über den Steg eilend, warf ſie die Arme um den geliebten Mann:Haſt du den Willen, in den

Flammen zu ſterben, ſo will auch ich nicht leben. Freytag, Die Ahnen. III. 27