Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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ſagen, was man einem wohlmeinenden Manne vor dem letzten Scheiden anvertraut, ſo ſprecht.

Sorgt mit, der Treue, die ich an euch kenne, für die Magd, die dort vor euren Füßen liegt.

Da ritt Meiſter Konrad aufs Neue heran und begann: Wieder bitte ich dich, Arnfried, daß du nicht freundlich zu dem Schuldigen redeſt, der gegen meine Rechte gefrevelt hat, denn du irrſt mir die Menge und minderſt das Anſehn meines heiligen Amtes.

Ich ehre und ſcheue dein ſchweres Amt, Konrad, wie dem frommen Chriſten gebührt. Aber denke auch, daß Jener dort in unſeren Augen nichts Arges that, als er deinen Schergen die entzog, welche nicht vor dein Gericht gehörten, ſondern vor das unſere. Hat gx dir die Ehre des Amtes gekränkt, ſo ſiehe zu, was dir dein Amt und dein Gewiſſen gegen ihn erlauben; uns aber zürne nicht, wenn wir ihm in ſeiner letzten Noth noch danken, ſoweit wir dürfen.

Meiſter Konrad wandte ſein Roß, ſprach leiſe zu dem Mönche Dorſo, der ihm mit rachſüchtiger Freude zuſtimmte, und verließ darauf den Hof. Er hielt vor der Brücke noch bei dem Haufen der Mühlburger an, welche um den totwunden Konz verſammelt waren und ſprach über dieſem die Gebete, dann ritt er abwärts. Im Hofe hielten die Bärtigen finſter gegenüber dem brennenden Thurme; die Flamme ſchlug aus den Oeffnungen und zün⸗ gelte an dem Mauerwerk empor; Dorſo aber und ſeine Be⸗ gleiter thürmten auf der Windſeite Holzwerk und was ſie ſonſt an Brennbarem fanden, zu einem Walle und Dorſo