— 414—
Ordens weiß, liegt hier in Noth und ſandte uns ſein Zeichen.“
„Die dort liegen, ſind Verbrecher an der heiligen Kirche und Verächter des Landesherrn, die Boten des Landgrafen und meine Schergen begehren ihren Leib, und ich vertraue, die frommen Brüder deines Hauſes werden uns nicht hindern.“
„Du weißt, wir gehen in Frieden unſern Weg und üben unſere Werke. Wir hindern dich nicht in deinem Recht, wir ſuchen nur das unſere; wir kommen, weil wir gerufen ſind, und wir begehren nur was uns gehört.“
„Einen Alten und ein Weib, die meinen Boten höhnend trotzten und ruchloſe Ketzerei ausſchrien, hat der Mönch gefaßt für mein Gericht, Beide gehören mir.“
„Iſt der Alte mit dem Weibe ein Zugewandter un⸗ ſerer Bruderſchaft und finden deine Späher Irrglauben in ihm, ſo ſoll ihn ein frommer Prieſterbruder unſeres Or⸗ dens belehren, und wenn er der Belehrung widerſteht, ſo ſtraft und richtet ihn die Bruderſchaft, nicht du, nicht der Landgraf, auch nicht der Kaiſer. Erſt wenn er ſich unſerer Strafe verſagt und aus dem Orden ſcheidet, magſt du ihn nehmen und mit ihm thun, was deines Amtes iſt.“ Und er ritt vor gegen den Grabenrand. Da ſprang der Mönch Dorſo wüthend hervor und ſchrie:„Hinweg, wagt es nicht, das brennende Ketzerneſt zu betreten, denn ver⸗ dammt ſind Alle, die dort im Qualme haufen.“
„Ob die Flamme lodert, ob der üble Teufel im Wir⸗ bel fährt, wir reiten, wohin uns die Pflicht führt,“ verſetzte


