ſich zu dem Thurme; voran Ritter Konz, der vom Pferde geſprungen war und in wildem Muthe den Schild erhe⸗ bend gegen den Steg lief. Als Henner den Verhaßten im Anſprunge ſah, vermochte er ſich nicht zurückzuhalten, er ſtürmte ihm über die Bretter entgegen und die bei⸗ den Starken ſchlugen auf einander. Aber dem Mar⸗ ſchalk war kein ritterlicher Kampf geſtattet, die Knechte des Mühlburgers ſtachen mit ihren Speeren gegen ihn, und während er ſich ihrer erwehrte, traf ein ſtarker Schwertſchlag des Ritters ſeine Schulter, daß er blutend zurückſank. Konz ſchrie freudig auf, doch es war ſein letzter Ruf, denn in demſelben Augenblick fuhr ein mächtiger Pfeil des Stellbogens ihm durch Harniſch und Bruſt, daß er ſtöhnend zurückſank. Während die Mühlbur⸗ ger erſchrocken zu ihm liefen, ſprang Lutz vor, hob ſei⸗ nen Geſellen und half ihm über den Steg. Dann riß er das Brett, welches auf dem jenſeitigen Grabenrand ruhte, zurück, und einen neuen Pfeil auf den Stellbogen legend, drohte er:„Heran, wer die zweite Gabe begehrt.“
Von der Landſtraße ritt ein Geiſtlicher, begleitet von Dorſo und einem andern Mönche in den Hof. Es war Meiſter Konrad ſelbſt.„Tretet zurück,“ gebot er den Haufen,„damit nicht ohne Noth das Leben frommer Chriſten gefährdet werde. Euch aber, der ihr Herr dieſes Hofes ſeid, mahne ich noch einmal, daß ihr den ruchloſen Widerſtand aufgebt gegen das Geſetz des Himmels und der Menſchen, und daß ihr euren Leib überantwortet dem irdiſchen Richter, damit die Fürbitte der Heiligen eure Seele errette aus der ewigen Verdammniß.“


